Vergütungssystem aufbauen · Stellenbewertung · Art. 4

Bewertet wird die Stelle, nie die Person.

Die Stellenbewertung vergleicht unterschiedliche Stellen anhand derselben vier Kriterien. Nur so lässt sich belastbar zeigen, welche Arbeit gleichwertig ist.

Die vier Kriterien

Art. 4 · EUR-Lex

Kompetenzen (inkl. Soft Skills)

Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten, die eine Person für eine bestimmte Funktion braucht. Dazu gehören fachliche Kompetenzen (etwa Fachwissen, Expertise und Fähigkeiten) sowie persönliche und soziale Kompetenzen (etwa Teamfähigkeit, Kommunikation).

Belastung

Die körperlichen und geistigen Anforderungen bei der Ausübung der Arbeit. Dazu gehören körperliche Anstrengung, Zeitdruck, emotionale Anforderungen und kognitive Belastung durch die Komplexität der Aufgaben.

Verantwortung

Der Grad an Entscheidungsbefugnis und Einfluss auf Prozesse, Projekte, Ressourcen oder andere Beschäftigte, der mit einer Stelle verbunden ist. Verantwortung umfasst auch die Pflicht, für die Ergebnisse des Handelns eines Teams einzustehen.

Arbeitsbedingungen

Die Umgebungsfaktoren, unter denen eine Tätigkeit ausgeübt wird, etwa Arbeitssicherheit, Temperatur, Lärmbelastung, Arbeitszeiten und Flexibilität. Auch ergonomische Faktoren und technische Ausstattung fallen darunter.

Sonstige Faktoren, falls zutreffend

Diese Kategorie fasst weitere Aspekte zusammen, die für die Stellenbewertung in einer Organisation wichtig sein können, aber in keine der Standardkategorien passen.

Die Definitionen folgen der Methode von gradar.

Wie sich Bewertungsfaktoren den vier Kategorien zuordnen

Ein analytisches Verfahren arbeitet mit detaillierteren Faktoren. Jeder gehört zu einer EU-Kategorie, über alle Laufbahnen hinweg.

EU-KategorieFachlaufbahnProjektmanagement-LaufbahnFührungslaufbahn
KompetenzenExpertise, AusbildungMethoden, KoordinationGeschäftsverständnis
VerantwortungWirkung der BeratungBudget und TerminePersonal, Entscheidungen
BelastungKomplexität, KonzentrationDruck, StakeholderEmotionale Beanspruchung
ArbeitsbedingungenArbeitsort und ArbeitsweiseReisen, FlexibilitätErreichbarkeit

Eigene Darstellung. Die Faktorbezeichnungen unterscheiden sich je nach Methode.

Häufige Fehler

  • Die Person auf der Stelle bewerten statt der Stelle.
  • Job-Titel als Ersatz für die Stellenwertigkeit verwenden.
  • Faktoren so gewichten, dass typischerweise von Männern ausgeübte Arbeit höher abschneidet.
  • Keine schriftliche Begründung je Bewertung.

Die vier Kriterien sind das Minimum

Art. 4 · EUR-Lex

Arbeitgeber dürfen die Kriterien gewichten und stellenrelevante Faktoren ergänzen, solange diese begründet, geschlechtsneutral und verhältnismäßig sind.

Relevante Soft Skills, etwa Kommunikation oder Fürsorge, dürfen nicht unterbewertet werden.

EIGE-Toolkit: geschlechtsneutrale Stellenbewertung (EN) FAQ der Europäischen Kommission zur Entgelttransparenz (EN)

Die Stellenbewertung bringt die Stellen in eine Rangfolge; Marktdaten bepreisen die Grades.

Marktdaten nutzen

Drei Wege zu einer belastbaren Grundlage

WegGeeignet, wennAufwand
EIGE-ToolkitWenige Stellentypen, starke interne KapazitätHoher Aufwand · Kostenlos
Eigenes BewertungssystemMuss zu Betriebsrat, Branche oder Tarifstandard passenMittlerer Aufwand · Lizenz
gradar PlattformViele Stellen, Märkte oder BewertendeGeringerer Aufwand · Abonnement